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Leben mit Rheuma - Was kann ich tun?

Die Diagnose Rheuma bedeutet für viele Menschen einen Schock. Trotzdem können Betroffene heutzutage ein nahezu beschwerdefreies Leben führen – in einer Partnerschaft leben, eine Familie gründen, ihrem Beruf nachgehen, Sport treiben und um die Welt reisen. Dazu bedarf es eines vertrauensvollen Verhältnisses zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, weil es bei der Behandlung von Rheuma kein Patentrezept gibt. Bis das individuell passende Konzept gefunden wird, müssen manchmal mehrere Kombinationen ausprobiert werden. So wird für jeden Patienten eine maßgeschneiderte Therapie erstellt.

Sie als Betroffene oder Betroffener können zum Erfolg der Behandlung beitragen. Seien Sie kooperativ und aufgeschlossen auch für alternative oder ergänzende Heilmethoden. Eine allgemein bewusste und gesunde Lebensweise ermöglicht Ihnen in jedem Fall, einfacher und besser mit Ihrer Krankheit zu leben.

Gesunde Ernährung

ernaehrung

Abwechslung auf dem Teller, viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe sowie ausreichend Wasser machen Ihren Körper fit für den Kampf gegen rheumatische Beschwerden. Aktuelle Studien belegen, dass sich bestimmte Lebensmittel lindernd auf Entzündungen und Gelenkschmerzen auswirken. Gesundes Essen kann zudem Folgeerkrankungen wie Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Beschwerden vorbeugen. Einige Krankheitsbilder sprechen besonders gut auf eine bewusste Ernährung an: Gicht ist durch geeignete Lebensmittel positiv zu beeinflussen, Osteoporose lässt sich ebenfalls durch Vitamine und Nährstoffe aufhalten und eine Reduktionskost, die dem Übergewicht zu Leibe rückt, entlastet die Gelenke. Fleisch und Wurst sollte bei Rheumakranken nicht häufiger als zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Eine wichtige Rolle spielt die Auswahl der FetteReduzieren Sie tierische Fette (Fleisch, Eier, Sonnenblumenöl) und geben Sie Omega-3-Fettsäuren den Vorzug (Fisch, Leinöl, Rapsöl, grüne Pflanzenteile). Das ideale Verhältnis ist 1:5, tatsächlich liegt es meistens bei 1:10., die wir zu uns nehmen. Diese dienen nicht nur als Energielieferant, sondern auch als Bausteine unserer Zellen und zum Aufbau unserer Hormone und Gewebshormone.

Alkohol ist erlaubt, aber in Maßen und nur unter Beachtung möglicher Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten.

Bewegung

Viele Rheumapatienten neigen dazu, sich möglichst wenig zu bewegen, um Schmerzen zu vermeiden. Doch das ist falsch. Sport kräftigt die Muskeln, stärkt die Ausdauer und fördert die Beweglichkeit. Grundsätzlich ist alles erlaubt, was Spaß macht. Dennoch sind manche Sportarten besser geeignet als andere. Vermeiden Sie Mannschaftssportarten mit einer hohen Verletzungsgefahr und Sportarten wie Ski alpin, Tennis oder Squash, bei denen die Gelenke einer hohen Stoß- und Schlagbelastung ausgesetzt sind.

wassergymnastik

Gut geeignet sind: Walking, Schwimmen, Wassergymnastik, sanftes Krafttraining, Fahrradfahren, Golf, Skilanglauf.

Um Fehlhaltungen und Überbelastung zu vermeiden und so den Gelenken eher zu schaden, sollten Sie Ihr Bewegungsprogramm zunächst oder dauerhaft unter Anleitung ausüben.

Tipp: Die Deutsche Rheumaliga hat ein bundesweites Netz mit Bewegungskursen unter fachlicher Anleitung geschaffen. Das sogenannte Funktionstraining findet zweimal die Woche im Wasser oder "an Land" statt.

Mehr dazu unter: www.rheuma-liga.de/funktionstraining

Umgang mit Stress

Vermeiden Sie Überlastung, Übermüdung und Hektik. Lernen Sie nein zu sagen und vertrauen Sie sich Ihrer Umgebung an. Wer über die Krankheit Bescheid weiß, hat auch Verständnis, wenn Sie kurzfristig absagen, weil es Ihnen schlecht geht, oder Sie insgesamt kürzertreten möchten. Nehmen Sie sich Zeit für sich, ohne permanent um die Erkrankung zu kreisen oder sich zu bedauern, aber gönnen Sie sich öfters mal etwas und erlernen Sie bestenfalls eine Entspannungstechnik. Knüpfen Sie Kontakte und gestalten Sie Ihre Freizeit ganz bewusst.

Haltung und Hilfsmittel

Nutzen Sie alles, was Ihre Gelenke schont und entlastet – das reicht von Einlagen und bequemen Schuhen über einen ergonomischen Arbeitsplatz bis hin zu Hilfsmitteln, die es Ihnen leichter machen, einen Schraubverschluss oder einen Wasserhahn aufzudrehen.

Suchen Sie sich eine Selbsthilfe-Gruppe, um sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Dort erfahren Sie, dass Sie nicht alleine sind mit der Krankheit und bekommen wichtige Tipps und Hilfe.

BGV Info Gesundheit e.V. • Heilsbachstr. 32 • 53123 Bonn • E-Mail: info(at)bgv-info-gesundheit.de