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Diagnose - Wie kann mein Arzt Rheuma feststellen?

Bei allen rheumatischen Erkrankungen gilt: Je früher Sie einen Arzt aufsuchen, desto eher kann er eine wirksame Therapie einleiten. So vermeiden Sie Folgeschäden, Schmerzen und Einbußen Ihrer Lebensqualität. Zögern Sie daher nicht, bei wiederkehrenden Beschwerden Ihren Hausarzt aufzusuchen, der Sie im Verdachtsfall an einen Rheumatologen überweisen wird. Für eine gesicherte Diagnose sind mehrere Befunde und manchmal auch der Ausschluss anderer Krankheiten erforderlich.

Anamnese:

In einem ausführlichen Gespräch (=Anamnese) wird Ihr Arzt zunächst einmal wissen wollen, seit wann und in welchen Gelenken Sie Schmerzen haben, ob diese sich eher bei Bewegung oder im Ruhezustand bessern und ob das betreffende Gelenk durch eine Verletzung bzw. Erkrankung vorbelastet ist.

Körperliche Untersuchung:

Eine Tastuntersuchung des betroffenen Gelenks gibt dem Arzt darüber hinaus Hinweise über den Bewegungsumfang, Veränderungen von Muskulatur, Sehnen und Bändern, Druckschmerhaftigkeit sowie Gelenkschwellungen.

Blut- und Laboruntersuchungen:

blutuntersuchung

Eine Blutuntersuchung zeigt, ob eine Entzündung vorliegt. Diese und der sogenannte RheumafaktorRheumafaktor = ein Antikörper, der gegen körpereigene Strukturen gerichtet ist sind allerdings kein Beweis, sondern nur ein Hinweis auf eine rheumatische Erkrankung. In etwa 70 Prozent der Fälle von rheumatoider Arthritis sind die Werte völlig normal, obwohl eine rheumatische Erkrankung vorliegt. Und umgekehrt können die Entzündungswerte auch bei anderen Erkrankungen erhöht sein.

Wesentlich aussagekräftiger für die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis ist der CCP-Test. Bei diesem Verfahren wird das Blut auf Antikörper gegen cyclisch citrullierte Peptide (CCP) untersucht. Bei rund 80 Prozent der Patienten sind CCP-Antikörper schon mehrere Jahre vor Auftreten der ersten Symptome nachweisbar. Ist ein Bluttest für diese Antikörper positiv, liegt in neun von zehn Fällen eine rheumatoide Arthritis vor, denn im Unterschied zum Rheumafaktor ist der Anti-CCP-Test nur sehr selten auch bei anderen Erkrankungen erhöht.

Bildgebende Verfahren:

Neben der funktionellen Beurteilung und den Bluttests sind Röntgenuntersuchungen und andere bildgebende Verfahren von großer Bedeutung. Sie ergänzen sich in ihrer Aussagekraft. Auf diese Weise kann die Ausgangssituation, also das Krankheitsstadium bei der ersten Untersuchung, als auch der Stillstand oder das Fortschreiten der Erkrankung eingeschätzt werden. Eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht die Darstellung der Weichteile wie der Gelenkinnenhaut oder der Sehnen. Eine Röntgenuntersuchung hilft dem Arzt, rheumatypische VeränderungenZum Beispiel gelenknahe Entkalkung der Knochen bei Osteoporose, Knochendefekte am äußeren Rand der Gelenkfläche, Verschiebungen der Wirbelkörper der Halswirbelsäule. der Gelenke zu erkennen.

Eine MRT-Untersuchung (MRT = Magnetresonanztherapie) ist nicht immer notwendig. Bei Verdacht auf Osteoporose wird eine Knochendichtemessung vorgenommen.

ACR/EULAR-Diagnosekriterien

ACR = American College of Rheumatology
EULAR = European League against Rheumatism

Die 1987 aufgestellten ACR-Kriterien dienen der Diagnose der rheumatoiden Arthritis. Diese liegt demnach vor, wenn vier der folgenden sieben Kriterien erfüllt sind:

  • Eine mindestens sechs Wochen bestehende Morgensteifigkeit der Gelenke, die wenigstens eine Stunde anhält
  • Gelenkentzündung mit tastbarer Schwellung in drei oder mehr Gelenkregionen seit mindestens sechs Wochen
  • Arthritis an Hand- oder Fingergelenken seit mindestens sechs Wochen
  • Symmetrische Arthritis seit mindestens sechs Wochen
  • Rheumaknoten
  • Rheumafaktornachweis im Blut
  • Typische Röntgenveränderungen

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